Zur Azur

Um Kilometerbolzerei auf der Autobahn zu vermeiden, haben wir uns entschieden, die Hin- und Rückfahrt in den Südwesten Deutschlands mit dem Hänger zu machen. Als Station hat sich Achern (Bei Karlsruhe) angeboten, wo wir bei Freunden das Gespann stehen lassen konnten und auch die erste und letzte Nacht verbringen durften!! Vielen Dank noch mal an Regine und Chris!!

 

Tag 1:

Streckenlänge Route mit subjektiver Klassifikation der Strecken (auf unterstrichenes klicken)
255 km Achern => Straßburg => Obernai => Route des Vosges => Belfort
Tageskarte

Nachdem wir die Abfahrt aufgrund des anhaltenden Regens immer weiter hinausgezögert haben sind wir erst kurz nach Mittag losgefahren.

Danni und Frank haben sich als Tourguides angeboten und sind mit uns den ganzen Tag quer durch den Elsass gefahren. Ich war froh, daß ich mich nicht noch auf die Strecke konzentrieren mußte, da ich anfänglich genug mit der Fuhre zu kämpfen hatte. Es war schon eine Riesenumstellung von der Hornet ohne Gepäck auf die vollbeladene Tenere umzusteigen. Nach einigen Stunden hatte ich die Fuhre dann aber ordentlich im Griff und konnte die Fahrt ein bißchen entspannter genießen.

Übernachtet haben wir in der ersten Nacht in einer Pension, da Danni und Frank nicht aufs Zelten eingestellt waren. Angesichts des Regens war uns das aber durchaus recht!!!

Im nachhinein haben wir festgestellt, das wir vom ersten Tag gar keine Bilder haben...

 

Tag 2:

Streckenlänge Route mit subjektiver Klassifikation der Strecken (auf unterstrichenes klicken)
345 km Belfort => Neuchatel => Lausanne => Montreux => Col du gd. St.-Bernard => Aosta
Tageskarte

Am zweiten Tag führte uns die Route quer durch die Schweiz, wo wir zuerst an den beiden großen Seen entlang gefahren sind. Die Mittagspause haben wir genützt, Montreux ein bißchen zu erkunden. Anschließend ging es über den ersten großen Pass der Tour, der große St.-Bernhard. Mit 345 km war diese Etappe gleichzeitig die längste des ganzen Urlaubs.

Ein malerischer See an der Französisch-Schweizerischen Grenze

 

Pause am Lac de Neuchatel

 

Luxushotel in Montreux

 

Der erste große Pass für Elif

 

Tag 3:

Streckenlänge Route mit subjektiver Klassifikation der Strecken (auf unterstrichenes klicken)
240 km Aosta => Col du picc. St.-Bernhard => Col de l'Iseran => Col de Mt. Cenis => Susa => Salbertrand
Tageskarte

Der heutige Tag sollte uns durch Frankreich nach Italien führen und einige schöne Pässe liefern. Das Wetter besserte sich und demnach war die Stimmung bestens!!

Der kleine St.Bernhard

 

Der Col de l'Iseran, ein Traum!!

 

Der Col du Mt. Cenis mit seiner Gipfelkappel

 

Ein kleiner Enduroabstecher führte uns zum Fort

 

Der Lac du Mt. Cenis mit seinem Natursteinstaudamm

 

Tag 4:

Streckenlänge Route mit subjektiver Klassifikation der Strecken (auf unterstrichenes klicken)
170 km Salbertrand => Exilles => Susa => Col de Finestre => Assietta Kammstraße =>Sestriere => Col de Montgenèvre => Briancon => Col d'Izoard => Guillestre
Tageskarte

Der heutige Tag sollte einen Traum wahr werden lassen: die Assietta Kammstraße. Dies bedeutet ca. 50 km Schotterpiste. Mit der beladenen Fuhre waren wir die Attraktion, da sich dort an dem Tag nur leichte Sportenduros austobten.

Am Abend in Guillestre mußte ich mit Entsetzen feststellen, das die Zylinderkopfdichtung der Tenere undicht geworden war und mächtig Öl spuckte. Zuerst glaubten wir, daß dies das Ende des Motorradurlaubs war und wir es mit Glück noch zum Mittelmeer schaffen würden, aber mit vorsichtiger Fahrweise hat die "alte Dame" uns souverän wieder nach Hause gebracht.

Leider bedeutete dieser Defekt, daß ich mir einen weiteren Traum, die "Ligurische Grenzkammstraße" zu fahren, abschminken konnte. Die Gefahr des Totalausfalls abseits der Straßen war mir dann doch zu groß. Naja, die "Ligurische" wird dann bei einer späteren Tour erobert.

 

Exilles, ein malerisches Örtchen abseits des Touristenrummels

 

Col de Finestre, eine Kehrenorgie aus Schotter

 

Das Beweisfoto auf der Assieta

 

Die Strecke war diesmal gut zu befahren, die Aussicht grandios!!

 

Wo gehobelt wird, .... die Mopedwäsche muß aber warten bis nach dem Urlaub!!

 

Der Col d'Izoard

 

Tag 5:

Streckenlänge Route mit subjektiver Klassifikation der Strecken (auf unterstrichenes klicken)
200 km Guillestre => Col de Vars => Jausiers => Col de la Bonette => Isola => Col de la Lombarde => Cúneo => Vernante
Tageskarte

Der fünfte Tag unserer Reise sollte uns über die Königin der Alpen führen, die höchste befahrbare Alpenüberquerung. Ein Tag nach dem Defekt der Zylinderkopfdichtung mit einem leicht unguten Gefühl in der Magengegend, aber mit der ADAC-Karte in der Tasche.

Leider verhinderte dichter Nebel auf dem "Bonette" eine schöne Aussicht. 20 Meter Sicht machte die Gipfelerstürmung nicht leichter!!

Die Nacht haben wir in Vernante, dem "Pinocchio-City" verbracht, wo unzählige Fassadenmalereien und Statuen an den Maler von Pinnochio erinnern, der aus diesem Dorf stammte.

 

 

 

Die Nebelwand kurz vor dem Gipfel des "Bonette"

 

Erleichterung nach der Überquerung

 

"Pinocchio-City"

 

Tag 6:

Streckenlänge Route mit subjektiver Klassifikation der Strecken (auf unterstrichenes klicken)
158 km Vernante => Col de Tende => Seealpenpässe => Nizza => Vence
Tageskarte

Der letzte Tag der Hinreise führte uns nun definitiv nach Frankreich zurück. Dazu wählten wir die Route über den Col de Tende, einem Schotterpass und einige Seealpenpässe. Diese Pässe mit einer Höhe von ca. 1000 Meter werden hier nicht alle einzeln erwähnt, bekommen aber in der Streckenführung und Straßenqualität nahezu alle die Höchstnoten.

An diesem Tag hatten wir dann auch den einzigen Ausrutscher unserer Reise als es kurz vor Nizza zu regnen begann und die Straßen spiegelglatt wurden. Bei einem leichten Bremsmanöver ist das Vorderrad weggerutscht und wir lagen samt der Fuhre auf dem Teer. Zum Glück gab es außer ein paar Schrammen an Handschoner und Koffer keine Defekte oder Verletzungen.

Die Einreise nach Nizza war dann für uns ein regelrechter Kulturschock: nach 5 Tagen relativer Einsamkeit in den Alpen auf einmal eine Riesenmetropole mit Lärm, Gestank, Hektik und "wahnsinnigen" Autofahrern. Hinzu kam ein fieser Regen, der das Fahren nicht einfacher machte. Wir sind dann sofort wieder aus Nizza geflüchtet und haben in Vence einen ruhigen Campingplatz gefunden, der uns die nächsten Tage als Basislager zur Erkundung der Cote D´Azur dienen sollte.

 

Das "Fort Central" auf dem Col de Tende, der Ausgangspunkt für viele schöne Endurotouren

 

Der "Col de Tende", 50 Schotterkehren ohne Erholung durch lange Zwischenstücke

 

Nach einer schönen Tour quer durch die Alpen am Mittelmeer (hier: Cap d'Antibes) angekommen!!